Was ist systemische Beratung?
Wir sind, wer wir sind.
Wir sind in unserer Herkunftsfamilie, im engsten Freundeskreis, im erweiterten Freundeskreis, in bestehenden und bestandenen Paarbeziehungen, wir sind vielleicht Eltern, vielleicht in Affären. Wir sind gleichzeitig Kolleg:innen, Vorgesetzte und/oder Mitarbeiter:innen, wir sind Konsument:innen, sind Verkäufer:innen, wir sind auf Ämtern, im Krankenhaus, in Vereinen und, und, und.
Wir sind, wer wir sind – aber anders. Jede:r von uns ist Teil mehrerer Systeme. Jedes System hat seine eigenen Regeln und Codes, die allerdings selten öffentlich ausgehängt werden.
Systemische Beratung bietet Ihnen die Chance, einen konstruktiven und handlungsorientierten Blick auf ihre Rolle in einem System zu werfen und Ihre Handlungsmöglichkeiten zu formulieren und einzuschätzen.
In der systemischen Beratung gehen wir davon aus, dass kein Element von außen verändert werden kann, sondern dass jede Veränderung nur aus dem Element selbst kommen kann – wobei es durch die Kommunikation mit anderen relevanten Elementen beeinflusst wird.
Vereinfacht gesagt: Wir können die anderen nicht ändern. Wenn uns etwas nicht passt, können wir das nur selbst ändern. Wir können zum Beispiel versuchen, unseren Blick bewusster auf Positives zu richten – eine Fähigkeit, die man erlernen und trainieren kann. Wir können aber, wenn es sich auszahlt, auch unser eigenes Verhalten anpassen, also neue Verhaltensweisen ausprobieren. Wir können Situationen, können Systeme aber auch verlassen, wenn es sich auszahlt. Wir können aber natürlich auch einfach alles so lassen, wie es ist: Wir können die Schuld an unserer gesamten Misere weiterhin Vater, Mutter oder einer grausamen Lehrperson geben und unbeirrt weiterleiden. Auch ok. Als systemische Beraterin werde ich Ihnen allerdings eher lästig, wenn Sie sich für diese letzte Option entscheiden.